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Presse
 
DER STANDARD; Artikel: Karl Fluch | 02. April 2011, 06:45

Cole bleibt cool

Der britische Sänger Lloyd Cole gastiert kommenden Dienstag im neu renovierten Saal des Casino Baumgarten: Erzählkunst in stimmigem Rahmen

Wien - Man darf sich nicht von der Adresse abschrecken lassen: Linzerstraße 297, das klingt natürlich schon nach Feindgebiet jenseits der Stadtmauern. Dabei ist das gar nicht so weit draußen im 14. Bezirk. Und das Casino Baumgarten, das an dieser Adresse steht, ist die Reise allein schon wert, da muss Lloyd Cole mit seiner schlanken Band noch gar nicht spielen.
Schließlich verfügt das Casino über einen neu renovierten Konzertsaal samt angeschlossenem alten Analogstudio.
Im Saal finden neuerdings ausgesuchte Pop-Konzerte statt, solche, die mit dem Rahmen konvenieren: Den Beginn macht kommenden Dienstag der Brite Lloyd Cole. Ihm gelangen mit der Band The Commotions in den 1980ern virtuelle und tatsächliche Hits wie Lost Weekend, Brandnew Friend oder Are You Ready to Be Heartbroken? Songs mit Ewigkeitsanspruch.
Auch seine Solokarriere besticht mit Stil, Eloquenz und Humor, den Cole mit der Autorität großer Interpreten pflegt. Seit vielen Jahren lebt er in den USA, spielt Golf und beglückt die Welt in schöner Regelmäßigkeit mit neuen Alben.
Das jüngste heißt Broken Record, und die FAZ war ganz aus dem Häuschen, bestes Songwriting und so weiter. Aber Cole bleibt cool. Er erzählt in seinen Songs - und dazwischen - kleine Geschichten: Absurdes, selbst Erlebtes, gut Erfundenes. So genau weiß man das nie, aber man will es glauben, und Cole macht es uns leicht. Also, ein Lost Weekend noch, einen blauen Montag noch und dann:

Lloyd Cole live: Am 5. 4. im Casino Baumgarten, Linzer Straße 297, 20.00
(Karl Fluch, DER STANDARD - Printausgabe, 2./3. April 2011)
 
KURIER vom 6. April 2011
Johann Nestroy hätte wohl eine echte Freude gehabt
Kann man ein Stück wie Johann Nestroys einaktige Posse "Frühere Verhältnisse" in die Gegenwart holen? Vielleicht nicht in die Gegenwart, aber man kann Nestroy zumindest auf seine Zeitlosigkeit prüfen.
Genau das macht das Arme Theater Wien im Casino Baumgarten (bis 15. April) sehr erfolgreich. Fast ohne Requisiten kommt Regisseur Erhard Pauer in seiner stringenten und sozialkritischen Inszenierung aus. Dafür gibt es zwei Musiker (Daniel Hofstätter, Johannes Wakolbinger), die Nestroy rocken. Denn die Couplets sind - das ist gut - Songs gewichen.
Und auch die Figuren hat Pauer auf neu getrimmt. Etwa die exzellente Roswitha Meyer als höhere Dame zwischen Yoga-Matte und Migräne-Anfällen. Oder die intensive Krista Pauer als kesses Möchtegern-Starlet mit Hang zum Höheren. Einen Fokus legt die Regie auch auf das Spiel Herr gegen Diener: Peter Kratochvil als Inbegriff eines Pantoffelhelden und Andreas Peer als abgewrackter Sozialfall gehen hier in den Infight. Insgesamt sehr fein.
Peter Jarolin